Kordula Schulz-Asche, Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) und Fraktionssprecherin für Bürgerschaftliches Engagement, hat am 28. Oktober 2015 die Wiesbadener Akademie für Integration besucht. Nach aufschlussreichen und interessanten Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften aus unterschiedlichen Deutschkursen, übernahm Kordula Schulz-Asche selbst eine Unterrichtseinheit.

Kordula Schulz-Asche beim Deutschkurs für Geflüchtete
Kordula Schulz-Asche beim Deutschkurs für Geflüchtete

Dabei stellten sich die Kursteilnehmer unter anderem selbst vor und tauschten sich mit der Abgeordneten über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Kulturen aus.  Kordula Schulz-Asche zeigte ein großes Interesse an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Sprache Farsi. Bereits nach wenigen Minuten lernte sie Sätze in der persischen Sprache. Dadurch baute sie Vertrauen zu den Kursteilnehmern auf und überwand die sonst übliche Distanz zwischen Schülerinnen und Schülern einerseits und Lehrern andererseits.

Eigentlich sollte die Unterrichtsstunde den dritten Fall der deutschen Grammatik, den “Dativ”, behandeln, doch stattdessen entwickelte sich im Laufe des Besuchs eine angeregte Debatte über die aktuelle Flüchtlingspolitik. Nicht zuletzt, da es sich als schwierig erwies, den Schülerinnen und Schülern die komplexe deutsche Grammatik näher zu bringen, ohne ihre Muttersprache zu beherrschen – Denn: Normalerweise wird in der Wiesbadener Akademie für Integration in der Muttersprache der Lernenden unterrichtet. Stattdessen hatten die Flüchtlinge nun die Möglichkeit, ihre Sorgen sowie auch Hoffnungen zu erläutern. Kordula Schulz-Asche stellte sich dabei vielen direkten Fragen rund um die Geschwindigkeit des Asylprozesses und bekräftigte: Wir arbeiten daran, das Asylverfahren zu beschleunigen und einen Weg zu finden, die Geflüchteten besser über ihre Rechte aufzuklären“.

Kordula Schulz-Asche zusammen mit neuen und alten Wiesbadener
Kordula Schulz-Asche zusammen mit neuen und alten Wiesbadener

Bemerkenswert bei dem Gespräch war die klare und deutliche Artikulation jener, die erst seit drei Monaten in Deutschland sind. Trotz des begrenzten Vokabulars, besonders in der politischen Debatte, gelang es den Geflüchteten mithilfe der Mitschülerinnen und Mitschüler, ihre Meinung zu äußern und deutliche Aussagen zu treffen.

Im Anschluss an diese erfolgreiche Diskussion setzten sich Kordula Schulz-Asche und der Vorsitzende der Akademie für Integration, Dawood Nazirizadeh, mit Vertretern der Wiesbadener Volkshochschule und des Freiwilligenzentrums  zusammen. Sie tauschten sich über Projekte aus und erörterten mögliche Wege, das Engagement von Geflüchteten in der Zivilgesellschaft zu fördern. Denn dieses würde eine qualitativ hochwertigere Integration mit sich bringen. Dazu hob Dawood Nazirizadeh hervor: Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund haben aufgrund ihrer Sprach- und Kulturkenntnisse relevante Schlüsselqualifikationen, von denen unsere Gesellschaft insgesamt profitieren kann. Leider engagieren sich viele von ihnen noch zu selten für die Zivilgesellschaft. Wir wollen diese Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, das zu ändern.“ Dabei verwies der Vorsitzende der Wiesbadener Akademie für Integration auf das Empowerment-Programm des Vereins hin, das eben die besagte Lücke füllen soll. Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich oftmals benachteiligt. Nun haben sie die Chance, diese Schwäche als ihre besondere Stärke zu benutzen., so Nazirizadeh.

Kordula Schulz-Asche im Gespräch mit organisatoren des Bürgerschaftlichen Engagements
Kordula Schulz-Asche im Gespräch mit organisatoren des Bürgerschaftlichen Engagements

Zum Abschluss bedankte sich Kordula Schulz-Asche für die vielen Anregungen und versprach ein Paket mit Informationsmaterialien für die Akademie bereit zu stellen, welches den Flüchtlingen das demokratische System in Deutschland näher bringen soll.

Bundestagsabgeordnete informiert sich über Deutschkurse für Flüchtlinge