Am Mittwoch wurde eine junge Frau (23) aus Eritrea in ihrem Asylheim tot aufgefunden. Diese schreckliche Meldung ist wohl nicht nur für die rund 260 Bewohner des Asylheims in Wiesbaden schockierend, sondern für alle Bürger Wiesbadens. „Seit einiger Zeit wird uns von Flüchtlingen über die angespannte Lage in Asylheimen berichtet: Sehr enge Zimmer für zu viele Menschen, unfreundliche Heimleitung, kaum Möglichkeiten der Partizipation durch Sprachkurse und Arbeit“, berichtet der Vorstandsvorsitzende der Wiesbadener Akademie für Integration, Dawood Nazirizadeh. Es sei ihm bereits von einer angespannten Lage berichtet worden, so Nazirizadeh, aber solch ein Verbrechen sei nicht vorherzusehen gewesen.

 

Traumatisierte, verängstigte Menschen kommen unter unvorstellbar unmenschlichen Umständen nach Wiesbaden – in der Hoffnung auf Frieden und Sicherheit. Dass es psychisch sehr belastend ist, nicht zu wissen, ob man bleiben darf und wie lange man noch auf eine Entscheidung des Asylverfahrens warten muss und dabei nichts tun darf, das kann sich jeder Mensch selbst vorstellen. Wie viel Menschenwürde sprechen wir ihnen zu, wenn wir zulassen, dass sie unter solchen Umständen in unserer Stadt leben müssen und wir sie allein mit den Problemen lassen?

“Die getötete, junge Frau hat sich mit Sicherheit etwas anderes erhofft, als sie in Wiesbaden am Tag ihrer Ankunft ankam. In tiefster Betroffenheit möchten wir den Hinterbliebenen unsere Anteilnahme aussprechen.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akademie am Mittwochabend. Er appelliert an seine Mitbürger:

„In Anbetracht solch einer Tragödie müssen wir als Wiesbadener noch enger zusammenrücken. Wir müssen den Flüchtlingen zeigen, dass sie nicht alleine, nicht schutzlos und uns nicht egal sind!“

Mord im Asylheim erschüttert Wiesbaden
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