Autor: Said Rezek

Feuerwehrmänner üben den angesehensten Beruf in der Bundesrepublik aus, gefolgt von Krankenpflegern und Ärzten. Auf Platz vier sind Polizisten. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa Umfrage aus dem letzten Jahr.[1] Insofern erfüllen die Anhänger dieser Zünfte auch eine gewisse Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn Polizisten oder Feuerwehrmänner durch Straftaten oder sozial unerwünschtem Verhalten auffallen.

Feuerwehrmann zündet Flüchtlingsheim an

Als ein Feuerwehrmann ein Flüchtlingsheim im sauerländischen Altena im Oktober dieses Jahres angezündet hat, waren viele entsetzt. Er hat in Kauf genommen, dass Menschen ums Leben kommen, obwohl es seine Aufgabe gewesen wäre, Leben zu retten. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Wenn solch eine Schandtat „nur“ als fremdenfeindlich und nicht als rechtsextrem eingestuft wird, dann wirft dies kein allzu gutes Bild auf die Polizeibehörden vor Ort.

Apropos Polizei. Zurzeit fällt die Bochumer Polizistin und Publizistin Tania Kambouri mit schweren Vorwürfen gegenüber dem Bundeskriminalamt (BKA) auf. Sie wirft dem BKA vor, Statistiken zur Kriminalität unter Flüchtlingen zu fälschen, weil sie „politisch nicht gewollt seien“, so Kambouri in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung[2]. Ein Sprecher des BKA dementierte die Vorwürfe auf Anfrage der Rheinischen Post.[3]

Polizistin schürt Vorurteile

Tania Kambouri ist kein unbeschriebenes Blatt. Im vergangenen Oktober 2015 ist sie mit ihrem Buch „Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin“ aufgefallen. In diesem schildert sie einzelne Einsätze auf Streife, in denen sich vor allem männliche Muslime, ihr Gegenüber respektlos Verhalten haben. Ferner beklagt sie die „Überzahl an straffälligen Migranten“, ohne diese Behauptung zu belegen, geschweige denn zu begründen. Für den Leser entsteht der Eindruck, dass die Kriminalität unmittelbar mit der Religionszugehörigkeit bzw. mit der Herkunft im Zusammenhang steht. Mit diesen Argumentationsmustern betreibt sie eine „Islamisierung bzw. Kulturalisierung sozialer Probleme“ und beschreitet damit einen ähnlichen Irrweg wie Kelek, Sarrazin und Co.

Wenn ein Feuerwehrmann ein Flüchtlingsheim anzündet oder eine Polizistin Vorurteile schürt, dann schaden diese nicht nur sich selbst, sondern dem Ansehen einer ganzen Berufsgruppe, ganz abgesehen von den Betroffenen Flüchtlingen und Muslimen. Eins steht fest: Wenn sich derartiges Verhalten in Zukunft zu oft wiederholt, wird das Vertrauen in diese gesellschaftlich relevanten Berufsgruppen sinken. Dieses wieder herzustellen wäre keine leichte Aufgabe.

[1] http://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=871&inPos=15

[2] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.polizistin-tania-kambouri-die-nehmen-diesen-staat-nicht-ernst.cd1dba32-6bc8-4551-bfb3-10cb4fcce49c.html

[3] http://www.rp-online.de/nrw/panorama/tania-kambouri-ueber-fluechtlinge-zahlen-zur-kriminalitaet-beschoenigt-aid-1.5648104


Said Rezek studiert an der NRW School of Governance den Master-Studiengang Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung. Er beschäftigt sich inhaltlich mit Fragen der Einwanderungsgesellschaft, insbesondere mit der Medienberichterstattung über Muslime. Im Jahr 2015 erhielt er die Auszeichnung der Akademischen Arbeit des Jahres, welche vom Dachverband der schiitischen Muslime Deutschlands (IGS) ausgeschrieben wurde. Mehr zu Said Rezek lesen Sie hier.

Wenn Polizisten und Feuerwehrleute Vertrauen verlieren
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